Hochsensibel und ständig überflutet? Hier meine besten 8 Tipps für einen stressfreien und entspannten Alltag

Kennst du das?

Du kommst von einem wunderbaren Konzert mit tollen Menschen nach Hause, es ist eh schon später als sonst, als du zu Bett gehst und kannst einfach nicht schlafen. 1000 Eindrücke fliegen dir durch deinen Kopf und wollen verarbeitet werden, Gesprächsfetzen rufen nach deiner Aufmerksamkeit und die wunderbare Musik schwingt auch noch sehr intensiv in deinem Körper nach...

Wenn du hier mit einem innerlichen „Ja“ antwortest, dann gehörst du auch zu den 15 - 20% hoch sensiblen Menschen, die mit einem zart besaiteten Nervensystem durch`s Leben gehen.

Hier gebe ich dir 8 meiner wertvollsten Tipps, wie du es schaffst, trotz hoher Sensibilität stressfrei und entspannt durch den Tag zu kommen.

 

Hochsensibel

Es gibt sensible Menschen und weniger sensible. Und so hat jeder Mensch, egal wie sensibel er ist, eine persönliche Wohlfühlzone in Hinsicht auf die Menge, die Intensität und die Dauer von Eindrücken aller Art. Innerhalb dieser Zone fühlen wir uns wohl. Außerhalb dieser Wohlfühlzone fühlen wir uns gestresst oder überfordert.

Dieser Artikel handelt von hochsensiblen Menschen, die überdurchschnittlich intensiv innere und äußere Reize aufnehmen, Atmosphäre, Stimmungen und Gemütslagen von anderen Menschen speziell deutlich empfinden und eine niedrige Belastungsgrenze in Bezug auf andauernde innere und äußere Reize haben.

 

Hochsensibel – Gabe oder Last

Ich selbst lebe und erlebe meine hohe Sensibilität mittlerweile als Gabe, mit der ich Menschen diene und meiner Berufung folge. Aber das war nicht immer so. Ich kann mich noch gut an Zeiten in meinem Leben erinnern, wo ich total verwirrt, verzweifelt und überflutet von all den Stimmungen, Gedanken und Gefühlen war, wenn ich mich in einer Gruppe von Menschen aufhalten musste.

Das Gefühl, mich in solchen Situationen von all den Stimmungen und Gefühlen immer wieder total überfordert zu fühlen und das starke Bedürfnis mit anderen Menschen zusammen zu lernen und mich weiter zu entwickeln, löste eine innere Zerrissenheit in mir aus. Zerrissen zwischen dem Bedürfnis nach Rückzug und dem nach sozialem Kontakt, zweifelte ich schnell an meiner Normalität, weil ich mich immer an den anderen gemessen habe.

 

Fremd und ungenügend fühlen

Viele hochsensible Menschen reagieren hier mit Selbstverachtung, während andere grundlegende Zweifel an ihrem Selbstwert entwickeln. Nicht nur in der Familie, sondern auch in Gruppen von Gleichaltrigen bekommen viele Hochsensible schon als Kind den Eindruck, mit ihnen stimmt etwas nicht.

... wenn sie den Lärm im Klassenzimmer nicht ertragen

... wenn sie vielleicht Scherze wörtlich nehmen

... wenn sie schneller erschöpft sind oder

... wenn sie von Grobheiten völlig verwirrt werden, selbst dann, wenn diese gar nicht ihnen gelten, dann geschieht es oft, dass sie sich fremd oder ungenügend fühlen.

 

Und so fragen sich dann viele hochsensible Menschen, nicht nur in ihrer Jugend, sondern ihr ganzes Leben lang, was mit ihnen nicht in Ordnung ist, weil sie Schwierigkeiten mit Ereignissen und Anforderungen haben, die doch für viele andere eine Kleinigkeit zu sein scheinen.

 

Eine gute Nachricht

Die gute Nachricht ist, dass alles in Ordnung ist. Die Wahrnehmungsfilter in deinem Gehirn sind einfach durchlässiger und so braucht es auch mehr Zeit und Achtsamkeit beim Verarbeiten von all den aufgenommen Reizen und Einflüssen.

Eine schlechte Nachricht

 

Die schlechte Nachricht ist, dass es immer so bleiben wird und es einfach besondere Strategien und Lebensbedingungen braucht, damit du als hochsensibler Mensch stressfrei und entspannt im Leben alles machen kannst, was du dir wünscht, ohne gleich überstimuliert oder überfordert zu sein.

 

Meine besten 8 Tipps für einen stressfreien und entspannten Alltag

Tipp 1: Den eigenen Rhythmus finden

Ein gesundes Leben ist eine rhythmische Vielfalt, in der sich verschiedene, wiederkehrende Phasen abwechseln. Entsprechend den persönlichen Bedürfnissen und Möglichkeiten gibt es Zeiten, in denen der Mensch leistungsfähig ist und andere der Regeneration. Es braucht Zeit für soziale Kontakte und solche des Rückzuges, Zeiten für andere und Zeiten für sich selbst, Zeiten der Betriebsamkeit und Zeiten der Stille.

Beobachte zunächst deinen eigenen Rhythmus:

Wann bist du leistungsfähig?

Wann brauchst du eine Pause?

Wie sieht die Pause aus? Was tut dir hier gut?

Ich arbeite z.B. intensiv in den Morgenstunden, esse dann gut zu Mittag und mache danach eine ausgiebige Mittagspause. Nur so ist es mir möglich, auch am Nachmittag und am Abend noch leistungsfähig arbeiten zu können.

Wichtig ist hier, dass du auf eine gute Ausgeglichenheit achtest, damit du deiner Mitte zumindest nahe sein kannst, wenn du es auch vielleicht nicht immer schaffst, in ihr zu ruhen.

 

Tipp 2: Bewusst wahrnehmen

In unserer schnelllebigen Zeit haben wir es oftmals verlernt bewusst und achtsam im Hier und Jetzt zu sein und auch wirklich wahr zu nehmen, was wir gerade denken, fühlen oder tun und wie sich das in unserem Körper anfühlt.

Beobachte deine inneren Bewegungen:

Was denke ich gerade?

Wie fühlt sich das in meinem Körper an, wenn ich diesen Gedanken habe?

Macht es mich im Brustbereich eher weit oder eher eng?

Fühlt es sich jetzt eher schwer oder leicht an?

 

Tipp 3: Auf dein Körper hören

Wir sind hier auf die Erde gekommen, um als geistige Wesen physische Erfahrungen zu machen, zu lernen und zu wachsen. Diese Erfahrungen ermöglicht uns der physische Körper mit all seinen Sinnen. Unser Körper ist also wie ein Seismograph, der dir zeigt, was sich wie anfühlt und was natürlich dann auch innerhalb oder außerhalb deiner Wohlfühlzone liegt.

Nehme deinen Körper bewusst wahr:

Atme langsam und bewusst ein und verfolge mit deiner Aufmerksamkeit deinen Atem, wie er in den Körper strömt. Wie sich Brust und Bauch heben und beim Ausatmen wieder senken.

Mache diese Atemübung 3-5 Minuten mehrmals täglich, damit du dich immer wieder bewusst mit deinem Körper verbindest und auch wahrnimmst, wie es deinem Körper gerade geht.

 

Tipp 4: Aufmerksamkeit bewusst lenken

Unsere Gedanken sind ständig in Aktion und fließen unaufhörlich. Wir können sie nicht stoppen oder gar abstellen, na ja vielleicht für kurze Momente, aber was wir auf jeden Fall können ist, uns entschieden mit welchen Dingen, Menschen oder Geschichten wir uns gedanklich beschäftigen wollen.

 

Beobachte deine Gedanken:

Wo bist du gerade mit deinen Gedanken?

Bist du bei dir oder bei jemand anderen?

Bist du in der Vergangenheit, die du nicht mehr verändern kannst oder

bist du in der Zukunft und malst dir gerade irgendwelche Horrorszenarien aus, die noch gar nicht eingetroffen sind?

Und welche Gedanken tun dir gut und welche nicht?

 

Tipp 5: Abgrenzen durch klaren Fokus

Die grössten Herausforderungen für hochsensible Menschen sind wohl die „feinen Antennen“, also ihre feine Wahrnehmung, wenn es um Stimmungen und Emotionen um sie herum geht. Alles was um sie herum geschieht fühlen sie sehr intensiv und dabei verlieren sie sich oft total in all dem, was sie im Aussen wahrnehmen. Leider sind hochsensible Menschen in ihrem Energiefeld oft auch sehr offen und können sich daher meist wenig gut abgrenzen. Und so nehmen sie auch viele Stimmungen und Emotionen von Aussen in ihr Energiesystem auf. Dadurch entsteht ein inneres Chaos, eine Überstimulation im eigenen Körper welche Unruhe, Getriebensein und Gedankenchaos zurück lässt und oft in Überforderung endet.

Beobachte deine persönliche Wohlfühlgrenze:

Wo bist du mit deiner Wahrnehmung?

Nimmst du wahr wie es dir geht und was diese Situation mit dir macht oder bist du mit deiner Wahrnehmung beim Anderen und verlierst dich selbst dadurch?

Glaube mir, deine Wahrnehmung ist so fein, auch wenn du mit deiner Wahrnehmung ganz bei dir bist, nimmst du deshalb immer noch genau wahr, wie es den anderen geht!

Probiere es aus :-)

 

Tipp 6: Sei Liebevoll, achtsam und wertschätzend mit dir

Viele hochsensible Menschen haben in ihrer Kindheit und auch in ihrem Umfeld wenig Verständnis oder Mitgefühl erhalten. Genau deshalb ist es ganz besonders wichtig, dass du dir diese Liebe und Wertschätzung jetzt selbst gibst. Dies tust du, indem du liebevoll und mitfühlend mit dir selbst innerlich sprichst und genau so achtsam handelst.

Beobachte dich selbst:

Wie redest du mit dir selbst?

Bist du streng mit dir, wenn etwas nicht so gut geklappt hat?

Lobst du dich, wenn etwas gut gelaufen ist?

Wie gehst du mit dir selbst um?

Wertschätzt du deine Einzigartigkeit?

 

Tipp 7: Genug Ruhepausen und Schlaf

Das Nervensystem von hochsensiblen Menschen nimmt mehr Eindrücke auf und verarbeitet diese gründlicher. So liegt es nahe, dass so ein Nervensystem auch viel mehr Zeit und Ruhe braucht, um diesen Verarbeitungsprozess abzuschließen. So benötigt ein sensibles Nervensystem auch mehr Ruhe- und Schlafphasen. Das unterstützt den Körper beim Abbau von Stresshormonen und tiefe Regeneration findet statt.

Beobachte deine Ruhephasen:

Wie viel Ruhe brauchst du?

Wie viel Schlaf ist optimal für dich?

 

Tipp 8: Chaos im Kopf beruhigen

Bei einer Reizüberflutung kommt oftmals noch das Chaos in den Gedanken dazu, dass keine klaren Gedanken mehr möglich sind und sich die Gedanken an einen Thema „fest gebissen“ haben.

Mache einen „Break“:

Ziehe dir bequeme Schuhe an und gehe eine Runde in der Natur, aber nicht um weiter nachzudenken :-) sondern um ganz bewusst die Luft einzuatmen, deine Schritte auf dem Boden zu spüren und die Luft auf deiner Haut wahrzunehmen.

Und vielleicht kommst du dann auch, wie ich, wieder in deinem Körper an, spürst die Verbindung zur Erde und in deinem Kopf darf es wieder ruhig werden. Probiere es aus! Ausreden wie „dafür habe ich keine Zeit“ lasse ich nicht gelten, schließlich haben wir alle nur 24h am Tag zur Verfügung, was du damit machst, ist deine Entscheidung.